Für Autoren

(c) Perry Rhodan FanZentrale
Erstveröffentlichung in SOL Nr. 27 - 3/02

 

Einige Tipps für angehende Autoren (12/12)

von Klaus N. Frick

Vorspann:

Über Jahre hinweg lief in der SOL die Serie »Tipps für angehende Autoren« – anfangs mit einem »p«, mittlerweile im Zuge der Rechtschreibreform mit zweien. Dies hier ist die letzte Folge. Verwiesen sei noch einmal auf Fachliteratur wie »Deutsch für Profis«, das jedem angehenden Autor nur als Grundlagenlektüre empfohlen werden kann. Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Bücher, die Hilfestellungen fürs Schreiben vermitteln. Letztlich muss jeder selbst herausfinden, welches Buch für ihn »taugt«, weshalb ich auf eine ausführliche Titelliste verzichte.

Lauftext:

Die letzte Folge soll deshalb etwas amüsanter sein und einige »Take-outs« präsentieren, Textstellen, die in den veröffentlichten PERRY RHODAN-Romanen deshalb nicht auftauchten, weil sie von mir gestrichen oder verändert wurden. Wenn ich jetzt diese Textstellen auflisten, soll das zeigen, dass auch Profi-Autoren, die seit Jahren vom Schreiben leben, immer noch Fehler begehen. Fehler zu machen ist schließlich keine Schande!

Gut wiederholt

Gerne geschieht auch professionellen Autoren das, was jedem Anfänger unter die Nase gerieben wird – die Wortwiederholung nämlich. Selten geschieht es so hübsch wie in diesem Beispiel von Susan Schwartz:
»Hoffentlich geht alles gut«, wiederholte die Xenopsychologin zum wiederholten Mal.

Wobei das folgende Beispiel von Uwe Anton aus Band 2069 ebenfalls sehr hübsch ist:
Offensichtlich stand dem Sinn der Sinn nach Smalltalk.
Anzunehmen ist, dass er den Extrasinn Atlans meint, also dessen Logiksektor. Wobei die Formulierung in der hier stehenden Form nicht ohne Reiz ist ...

Pathetisch gesprochen

Mancher Autor greift gelegentlich zu stilistischen Hilfsmitteln, die zwar gut gemeint sind, beim laut Vorlesen allerdings nicht so richtig gut klingen. Ein schönes Beispiel stammt aus dem Roman 1904 von Arndt Ellmer:
Ihre Worte klangen wie Orakel aus den Tiefen des Universums.
Großartiger ist das folgende Beispiel von Uwe Anton aus Band 2035:
Das Entsetzen zerrte mit allgegenwärtigen Tentakeln an mir, schien mich in alle Richtungen zugleich reißen zu wollen, bis ich unter seinem Ansturm zerfetzt wurde.

Holpernde Bilder

Ich will jetzt keine Autoren nennen, sondern überlasse die Auswahl der folgenden Beispiele der Fantasie der Leser:
... genoss es, dass sich das Gesicht seines neuen Freundes mehr und mehr in ein Fragezeichen verwandelte.

Und wir fragen uns, ob das derart verzerrte Gesicht dann nicht ein Fall für den Chirurgen wird ... Ein Fall für den Chirurgen ist sicher der nächste Fall, wo mir die Augen schon beim Lesen wehtun.
Ihre Augen klebten wie gebannt am Holo.

Gemeint ist natürlich nicht, dass die Augen an einem Stiel aus dem Gesicht wachsen und sich in das Hologramm bohren ... Wobei der nächste Vergleich auch nicht schlecht ist:
Die Stadt ähnelte einem Moloch, einer gewaltigen Kröte, die sich zum Sprung duckte. Gleichzeitig wirkte sie aber auch wie eine etwas zu groß geratene Ausgabe einer kurvenreichen und üppigen Menschenfrau, die es sich auf ihrem Sofa bequem gemacht hatte.

Terranische Technik

PERRY RHODAN-Autoren haben gelegentlich ihre Probleme mit dem technischen Inventar der Serie. Das gibt immer wieder Anlass für amüsante »Ausrutscher«. Beispielsweise im folgenden Beispiel:
Rhodan holte ein Holo aus seiner Tasche und hielt es ihm vor die Augen.
Leider verzichtet unser Held im folgenden Satz darauf, das Gegenüber zu fragen: »Kennen Sie diesen Verdächtigen?« Aber Perry ist immer wieder gut dabei, sich um seine Ausrüstung zu kümmern:

Perry Rhodan rieb sich die Schläfen, das heißt, er massierte völlig nutzlos die Helmscheibe des Schutzanzugs.

Großartige Übertreibung

Für knallige Sätze ist immer wieder Robert Feldhoff gut. In seinem PERRY RHODAN-Roman 1965 schrieb er folgenden Satz, den ich »leicht« verändern musste:

Die Botschafterin von Camelot, Gret Zafkahar, war eine dickbusige Blondine mit dem Gesichtsausdruck einer ejakulierenden Heuschrecke.
Gelegentlich bedient er sich bei der Weltliteratur, in diesem Fall beim »Kleinen Arschloch« von Walter Moers. Wobei ich mir sicher bin, dass Robert solche Stellen deshalb in die Romane hineinschreibt, damit ich auch was zum Lachen habe – das Zitat ist aus dem ansonsten nicht so lustigen Band 1867:
»Es hat keinen Sinn, Alaska«, lamentierte die Haut. »Wir werden es niemals schaffen.« – »Sei still«, schalt er sie. »das männliche Glied ist der Mercedes unter den Geschlechtsteilen.« – »Alaska, ich habe Hunger.«

Fazit

Fehler machen alle, die Geschmäcker sind verschieden, und letztlich wollen alle nur möglichst gute Romane bieten. Dass dies nicht immer klappen kann, weiß jeder, der selbst schreibt und sein Werk einigermaßen selbstkritisch betrachtet ...

Klaus N. Frick

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